Die Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz fordert die Sicherstellung der Qualifikation der Lehrpersonen für den Französisch-Unterricht an den Primarschulen
Das interkantonale Konkordat zum Fremdsprachenunterricht legt fest, dass an den Primarschulen aller Kantone zwei Fremdsprachen unterrichtet werden, wovon mindestens eine Landessprache. In den deutschsprachigen Kantonen der Nordwestschweiz ist es der Unterricht in Französisch.
Im November 2025 organisierte die Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz eine Fachveranstaltung samt Podium unter dem Titel «Fremdsprachenunterricht in den Kantonen der Nordwestschweiz – koordiniert oder ein Potpourri?». An diesem Anlass wurde deutlich, dass nur ein kleiner Teil der angehenden Primarlehrkräfte die Befähigung zum Unterrichten in Französisch erwirbt. Die Studierenden der Pädagogischen Hochschule FHNW haben heute die Wahl zwischen Englisch und Französisch. Rund drei Viertel wählen Englisch. Im Kanton Jura – auch er war am erwähnten Podium repräsentiert – sieht es anders aus: Für Primarlehrpersonen, die ihre Berufsqualifikation an der Pädagogischen Hochschule BEJUNE erlangen, ist Deutsch Pflichtfach.
Es ist offensichtlich, dass es in den deutschsprachigen Kantonen der Nordwestschweiz an Französisch-Lehrpersonen für die Primarschule mangelt und dass dadurch die Lehrziele gefährdet sind. Darum sollten Diplome von Lehrpersonen französischer Muttersprache, unter anderem aus dem benachbarten Frankreich, möglichst ohne Hürden anerkannt werden.
In ihren parlamentarischen Vorstössen fordern die Vorstandsmitglieder der Starken Region von den Regierungen der Trägerkantone der Fachhochhochschule Nordwestschweiz, sich dafür einzusetzen, dass für den Unterricht in Französisch an den Primarschulen diese Berufsabschlüsse anerkannt werden, allenfalls ergänzt um ein berufsbegleitendes Modul an der Pädagogischen Hochschule FHNW.
Es dient der Sache, wenn die vier Nordwestschweizer Kantone gemeinsam vorgehen, so Béatrix von Sury d’Aspremont, Landrätin Basel-Landschaft. Karin Kälin, Kantonsrätin Solothurn, betont, dass es zur Erreichung der Primarschul-Lernziele im Kanton Solothurn sowie in anderen deutschsprachigen Kantonen der Nordwestschweiz eine gezielte Ausbildungsförderung von Französisch-Lehrpersonen bräuchte. Angesichts des bestehenden Mangels an qualifizierten Lehrpersonen lädt Béa Bieber, Grossrätin Aargau, den Regierungsrat zur Prüfung ein, ob auch Lehrpersonen mit französischer Muttersprache – etwa aus dem benachbarten Frankreich – einfacher für den Unterricht an Aargauer Primarschulen gewonnen werden können.
